Umwelterklärung 2015

mit Datengrundlage 2014 – Gemäß EMAS III
Doc. Nr. 002 Version 004, 29.04.2015

  1. Unternehmensbeschreibung
    1. Organigramm
    2. Unsere Aufgaben
    3. Umweltmanagementsystem im Betrieb
    4. Umweltphilosophie
  2. Umweltauswirkungen
    1. Direkte Umweltauswirkungen
      1. Energie
      2. Hilfs- und Betriebsstoffe
      3. Abfall
      4. Altlasten / Verdachtsflächen
      5. Lärm- & Abluftemissionen
      6. Staub- und Geruchsbelästigung
      7. Wasser
    2. Indirekte Umweltaspekte
      1. Beschaffung
      2. Interne Kommunikation, Schulungen und Bewusstseinsbildung
      3. Externe Kommunikation und Dienstleistungsangebot
    3. Einhaltung geltender Umweltvorschriften
  3. Kernindikatoren gemäß EMAS III
  4. Bewertung der Umweltaspekte
  5. Umweltziele und Umweltprogramm

1 Unternehmensbeschreibung

Die Landwirtschaftliche Bundesversuchswirtschaften GmbH ist ein Betrieb mit Betriebsstätten in Niederösterreich und Burgenland. Sie ist eine 100% Tochter der Republik Österreich. Gemäß Ausgliederungsgesetz vom 30.12.1996 (BVW Gesetz) §1 (2) ist der Gesellschaftszweck „die nachhaltige Bewirtschaftung und Verwaltung der im Eigentum der Gesellschaft befindlichen Liegenschaften sowie die grundsätzlich entgeltliche Durchführung von Forschung und Versuchen“. Die Gesamtfläche des Unternehmens beträgt ca. 3.100 ha.

ÖNACE Code/Branche: 01.50-0 Gemischte Landwirtschaft
Anzahl der Mitarbeiter:

  • 20 Mitarbeiter im Gesamtunternehmen beschäftigt
    • 8 Mitarbeiter im Bürobetrieb bzw. allg. Verwaltungsdienst und
    • 12 Mitarbeiter im landwirtschaftlichen Betrieb beschäftigt

Arbeitszeiten (Hof-Feld-Forst):

  • Montag – Donnerstag: 7.30-16.30
  • Freitag: 7.30-13.30

Anzahl der Standorte: 3

  • Zentrale Wieselburg: Rottenhauserstraße 32; 3250 Wieselburg
  • Betriebsstätte Königshof: Königshof 9; 2462 Wilfleinsdorf
  • Betriebsstätte Fuchsenbigl: Gutshofstraße 12; 2286 Fuchsenbigl

1.1 Organigramm

Die Landwirtschaftliche Bundesversuchswirtschaften GmbH hat eine flache Organisationsstruktur:

Legende

BeamtInnen
Vertragsbedienstete
Gutsangestellte
GutsarbeiterInnen

Beauftragte:

  • Handelsrechtlicher Geschäftsführer: Dr. Gerhard Draxler
  • Umweltmanagementbeauftragte: Dr. Gerhard Draxler
  • Betriebsstellenleiter: Rupert Jäger
  • Vorarbeiter: Rudolf Kurta
  • Ersthelfer: Rudolf Kurta, Ulrike Schicker, Rupert Jäger
  • Sicherheitsfachkraft und Arbeitsmediziner sind extern bestellt durch die AUVA

1.2 Unsere Aufgaben

Das Aufgabenprofil ist klar definiert: Eigenbewirtschaftung der übertragenen Liegenschaften sowie entgeltliche Versuchs- und Forschungstätigkeiten bzw. Dienstleistungen unter großbetrieblicher Struktur.

Speziell im Forschungsbereich haben sich die Rahmenbedingungen seit der Ausgliederung wesentlich geändert. Mit der Implementierung der neuen Plattformstrategie hat sich das Unternehmen auf die Bereitstellung von Forschungsressourcen und Forschungsdienstleistungen spezialisiert. Damit ist auch ein klares Schnittstellenmanagement zwischen den diversen Forschungseinrichtungen (Bundesanstalten, Universitäten) und dem Unternehmen möglich. Die Landw. BVW GmbH hat durch diese Kombination von Versuchs- und Forschungstätigkeit einerseits und kommerzieller landwirtschaftlicher Tätigkeit andererseits eine ideale Ausrichtung für die angewandte praxisbezogene Agrarforschung am „produzierenden Betrieb“.

Die Stärken der BVW GmbH sind langjährige Erfahrung in der Bereitstellung und Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Versuchsflächen sowie Etablierung von Forschungskooperationen mit klarem Schnittstellenmanagement.
Die landwirtschaftliche Produktion erfolgt an drei Betriebsstätten in Niederösterreich und Burgenland. Die Betriebe Königshof und Fuchsenbigl sind als Ackerbaubetriebe ausgerichtet, Wieselburg als gemischter Grünland- und Ackerbaubetrieb.

1.3 Umweltmanagementsystem im Betrieb

Das Umweltmanagementsystem der Landwirtschaftliche Bundesversuchswirtschaften GmbH ist hierarchisch aufgebaut:

  1. Umweltphilosophie
  2. Umweltziele/Umweltprogramm (im Management Review)
  3. Umweltmanagementhandbuch (inkl. Umweltphilosophie)
  4. Mitgeltende Dokumente & Aufzeichnungen (lt. Umweltmanagementhandbuch)

Die Umweltphilosophie der Landwirtschaftliche Bundesversuchswirtschaften GmbH wurde allen Mitarbeitern kommuniziert und ist auf allen Betriebsstandorten ausgehängt sowie im Internet zur freien Einsicht verfügbar. Das Umweltmanagementhandbuch ist auch auf allen Standorten aufgelegt und damit für jeden Mitarbeiter zugänglich. Durch eine interne Schulung wurden alle Mitarbeiter bezüglich der neuen Dokumente unterwiesen.

Der Umweltmanagementbeauftragte der obersten Leitung hat zur Aufgabe:

  • Sicherstellung der externen Kommunikation mit Kunden, Behörden, Lieferanten, Auftragnehmern und der interessierten Öffentlichkeit (z.B. Nachbarn)
  • Sicherstellung der internen Kommunikation mit den Mitarbeitern
  • Einhaltung der Bewertung der Umweltrechtsvorschriften und behördlichen Vorgaben
  • Festlegung und laufende Anpassung der Umweltphilosophie (Management Review)
  • Festlegung von Umweltzielen inkl. Maßnahmenkatalog (Umweltprogramm) und Kontrolle der Zielerreichung
  • Bereitstellung der erforderlichen Ressourcen
  • Durchführung des Management Reviews
  • Planung von internen Umweltaudits
  • Sicherstellung des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses
  • Umweltschulungen planen und umsetzen (Schulungsplan)
  • Laufende Aktualisierung und Bewertung der direkten und indirekten Umweltaspekte
  • Umweltdokumentation warten
  • Erstellung und laufende Aktualisierung der Umwelterklärung

Die Bereitstellung und Freigabe der finanziellen Ressourcen und der erforderlichen Infrastruktur erfolgt mit der Freigabe der Umweltziele bzw. des Umweltprogramms durch die Geschäftsfürung.

Zur Bewertung der Wirksamkeit des Umweltmanagementsystems und der Einhaltung der im Umweltmanagementsystem festgelegten Vorgangsweise werden mindestens einmal jährlich in jedem Bereich interne Audits durch externe Auditoren durchgeführt, um Unabhängigkeit zu gewährleisten. Durch diese Audits und dort festgelegten Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen kommt es zu einer kontinuierlichen Überprüfung der Wirksamkeit des Systems. Werden Abweichungen festgestellt, werden diese dokumentiert und vom Umweltmanagementbeauftragten bewertet und in Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen übertragen. Die Überprüfung der Abarbeitung dieser Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen erfolgt laufend und im Management Review.

1.4 Umweltphilosophie

Im Rahmen der EMAS Einführung wurde die Umweltphilosophie der Landwirtschaftliche Bundesversuchswirtschaften GmbH allen Mitarbeitern kundgemacht. Wir fördern das Bewusstsein für Umweltschutz bei allen Mitarbeitern durch eine aktive Informationspolitik. Dazu nutzen wir Standortbesprechungen, Schulungen und Aushänge an allen Standorten.

Als EMAS-Organisation arbeiten wir kontinuierlich daran, uns beim Umweltschutz immer weiter zu verbessern. Die Umsetzung von EMAS ist unsere gemeinsame Aufgabe, um jedes Jahr aufs Neue, mit dem systematischen EMAS-Ansatz weitere Einsparpotenziale zu nutzen und bestmöglich umwelt-, energieeffizient und sparsam mit Ressourcen umzugehen.

Wir definieren in allen relevanten inhaltlichen Aufgabenbereichen der Landwirtschaftliche Bundesversuchswirtschaften GmbH systematisch ausgewählte Ziele, die zur Verbesserung unserer Umweltleistung beitragen. EMAS ist das geeignete Instrument für Betriebe gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen und wirtschaftliche Entwicklung, Umweltschutz und Ressourcenschonung zu verbinden.

In unserem Unternehmenskonzept haben wir uns verpflichtet, möglichst umweltschonend zu arbeiten. Zudem sind wir als Erzeuger hochwertiger landwirtschaftlicher Produkte von einer unbelasteten Umwelt abhängig. Wir haben daher ein Umweltmanagementsystem aufgebaut, um unsere Umweltauswirkungen zu kontrollieren und eine umweltgerechte Wirtschaftsweise zu ermöglichen. Dies umfasst alle Unternehmensbereiche, angefangen von der Anbauplanung, über die Produktion, Ernte und Vertrieb bis hin zur Abfallwirtschaft.

Der Erhöhung der Energieeffizienz und dem Ausbau erneuerbarer Energieträger haben wir in den letzten Jahren bei Neubauten bzw. laufenden Sanierungsarbeiten an allen 3 Betriebsstandorten höchste Priorität eingeräumt. Mit umfangreichen Maßnahmen wie z. B. Fenstertausch, Fassadendämmung, Ersatz von Heizungen mit fossilen Brennstoffen durch Biomasseheizungen, Errichtung von Photovoltaikanlagen an den Betriebsstätten Fuchsenbigl und Königshof streben wir – mit Ausnahme des Fuhrparks – eine autarke Energieversorgung an.

Wir streben weiters eine stetige Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes über das bestehende Recht hinaus an. Die Einhaltung aller relevanten Umweltvorschriften stellt hierbei die Mindestanforderung dar. Die Geschäftsleitung legt jährlich nachprüfbare Ziele fest, die der ständigen Verbesserung des Umweltschutzes dienen.

Wir dokumentieren unser Umweltmanagement-System in einem Handbuch und in verbindlichen Verfahrens- und Arbeitsanweisungen. Wir überwachen die Auswirkungen unserer Produktion auf unsere lokale Umgebung und erfassen und analysieren dazu den Ressourcenverbrauch und das Abfallaufkommen.

Die Umweltphilosophie wird 1x/Jahr im Rahmen des Management Reviews vom Umweltmanagementbeauftragten auf Aktualität überprüft und bei Bedarf überarbeitet. Die Umweltphilosophie ist auch auf der Website www.bvw.at der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und wird bei Anfragen den Kunden ausgehändigt.

2 Umweltauswirkungen

Zur Erfassung der wesentlichen Umweltauswirkungen wurde im Rahmen der Implementierung des Umweltmanagements von KANZIAN ENGINEERING & CONSULTING GmbH eine IST-Analyse (1.Umweltprüfung) erstellt, die 1x jährlich vom Umweltteam im Management Review aktualisiert wird.

2.1 Direkte Umweltauswirkungen

2.1.1 Energie

Der überwiegende Teil des Energieverbrauchs resultiert aus der landwirtschaftlichen Produktion bzw. der Beheizung der Gebäude. Grundlage zur Senkung des Energieverbrauchs bildet die kontinuierliche Erfassung der Energiemengen. Die Beheizung der Gebäude sowie die Trocknungsanlagen für Getreide und Mais wurden an allen 3 Betriebsstätten auf erneuerbare Energieträger (Hackgut, Pellets) umgestellt. Heizöl wird lediglich nur mehr für ein vermietetes Objekt in 2286 Haringsee, Straudorferstraße 9 verwendet. Durch die beiden Photovoltaikanlagen (Fuchsenbigl und Königshof) wird mittlerweile mehr Strom ins Netz eingespeist, als von allen 3 Standorten verbraucht wird.

Gesamter Betrieb (alle 3 Betriebsstätten)
Energieträger Verbrauch 2014 Anmerkungen
Strom 343.876 kWh
Heizöl 11.800 Liter
Hackgut (Heizung u. Trocknung) 875 Tonnen
Diesel 289.040 Liter

Photovoltaik Königshof:
Für die elektrische Versorgung der Betriebsstätte Königshof sind rund 233 MWh/a Primärenergie erforderlich. Diese werden im Normalfall aus dem Netz bezogen (Referenzszenario). Durch die Installation einer Photovoltaikanlage kann am Standort Königshof die erzeugte Energiemenge mit dem Verbrauch gegengerechnet werden und führt aufgrund der Größe der Anlage zu einer negativen Energie- und CO₂-Bilanz.

Elektrische Leistung: 181 KWP
Modulfläche: 1.180 m²
Ausrichtung: Süd
Neigung: 22°
Photovoltaikanlage Königshof
Photovoltaik Fuchsenbigl:
Elektrische Leistung: 200 KWP
Modulfläche: ca. 1.450 m²
Ausrichtung: Südwest bzw. Südost
Neigung: 30° bzw. 40° bis 44°
Photovoltaikanlage Fuchsenbigl

2.1.2 Hilfs- und Betriebsstoffe

Eine Übersichtsliste aller wesentlichen und aktuell eingesetzten Betriebsstoffe wie Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmittel und deren Wirkung ist vorhanden. Bei den sich in Gebrauch befindlichen Pflanzenschutzmitteln handelt es sich gemäß Sicherheitsdatenblättern um teilweise giftige Substanzen oder Zubereitungen im Sinne der Giftverordnung 2000 (BGBl. II 24/2001 i.d.g.F.). Die ordnungsgemäße Lagerung (versperrt, Warnhinweise etc.) und Verwendung der Pflanzenschutzmittel wird in regelmäßigen Abständen durch die Betriebsstellenleiter überprüft.

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln variiert witterungsbedingt. Ein gänzlicher Verzicht auf Pflanzenschutzmittel ist produktionstechnisch nicht möglich. Es wird aber versucht durch optimierte Ausbringung die Auswirkungen auf die Umwelt möglichst gering zu halten. In Mitarbeiterschulungen wird auf den richtigen Umgang im Sinne der richtigen Dosierung und damit sparsamen Verwendung von Pflanzenschutzmitteln hingewiesen.

Um die Berücksichtigung der Umweltauswirkungen von Hilfs- und Betriebsstoffen laufend sicherzustellen, werden umweltrelevante Beschaffungskriterien für den Einkauf von Produkten und Dienstleistungen erarbeitet (siehe Umweltziele).

Gesamter Betrieb (alle 3 Betriebsstätten)
Hilfs- und Betriebsstoffe Verbrauch 2014 Anmerkungen
Saatgut 194 Tonnen
Düngemittel 1.483 Tonnen
Pflanzenschutzmittel 10,76 Tonnen

2.1.3 Abfall

Im Rahmen der EMAS-Einführung 2014/2015 wurde eine aktuelle Liste aller Abfälle (gefährliche und nicht gefährliche) der Landwirtschaftliche Bundesversuchswirtschaften GmbH erstellt.

An den Büro- und Betriebsstandorten der Landwirtschaftliche Bundesversuchswirtschaften GmbH anfallender Müll wird gesammelt und von Fachfirmen entsorgt. An den Standorten wird auf die Mülltrennung besonderes Augenmerk gelegt. Der anfallende biogene Abfall wird an den Bürostandorten kompostiert. Die am Betriebsstandort anfallenden gefährlichen Abfälle wie Altöl, lösemittelgetränkte Putztücher und Spraydosen aus der Werkstatt werden ordnungsgemäß aufbewahrt und regelmäßig vom Entsorger abgeholt.

Pflanzenschutzmittelreste fallen nur in Kleinstmengen an und werden über Problemstoffsammelstellen der Gemeinden entsorgt. Zu den gefährlichen Abfällen gibt es Begleitscheine und weitere regelmäßige Aufzeichnungen.

Alle Standorte
Schlüsselnr. gemäß ÖNORM S 2100 Abfallart Menge 2014 Anmerkungen
18718 Altpapier 5.100 kg nicht gefährlich
91101 Siedlungsabfälle und ähnliche Gewerbeabfälle 3.900 kg nicht gefährlich
57132 abbaubare Kunststoffe und Kunststoffverpackungen 1.860 kg nicht gefährlich
54102 Altöle 1.408 kg gefährlich
35338 Altbatterien – Autobatterien 110 kg gefährlich
54930 feste fett- und ölverschmutzte Betriebsmittel (Werkstättenabfälle) 745 kg gefährlich
53103 Altbestände von Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln 10 kg gefährlich

Gerätebatterien und Elektroaltgeräte fallen in haushaltsüblichen Mengen an und werden über die Problemstoffsammelstellen der Gemeinden entsorgt. Soweit möglich werden Mehrwegtransportverpackungen (z.B. Europaletten) eingesetzt.

2.1.4 Altlasten / Verdachtsflächen

Im Rahmen der EMAS-Einführung wurde mit der Datenbank des Umweltbundesamtes überprüft, ob die Grundstücke der Landwirtschaftliche Bundesversuchswirtschaften GmbH (gemäß Grundbuchauszug) im Verdachtsflächenkataster bzw. Altlastenatlas aufscheinen:
http://www.umweltbundesamt.at/umwelt/altlasten/vfka/
Es wurde folgende Einträge in den Verdachtsflächen- und Altlastenatlas festgestellt:

1. Eintrag
Bundesland Niederösterreich
Bezirk Gänserndorf
Gemeinde Groß-Enzersdorf (30821)
Katastralgemeinde Rutzendorf (6224)
Grundstücksnummer 401/2
Bezeichnung Müllablagerung
Rutzendorf
Art Altablagerung
Status Verdachtsfläche
2. Eintrag
Bundesland Niederösterreich
Bezirk Gänserndorf
Gemeinde Groß-Enzersdorf (30821)
Katastralgemeinde Rutzendorf (6224)
Grundstücksnummer 2/15
Bezeichnung Müllablagerung
Rutzendorf
Art Altablagerung
Status Verdachtsfläche
3. Eintrag
Bundesland Niederösterreich
Bezirk Gänserndorf
Gemeinde Groß-Enzersdorf (30821)
Katastralgemeinde Rutzendorf (6224)
Grundstücksnummer 2/8
Bezeichnung Müllablagerung
Rutzendorf
Art Altablagerung
Status Verdachtsfläche

Die drei relevanten Grundstücke liegen in unmittelbarer Nachbarschaft im Ortskern des Weilers Rutzendorf. Auf dem Grundstück 2/8 befindet sich ein Sportplatz, der an die Gemeinde verpachtet ist. Die Verdachtsfläche begründet sich folgendermaßen: bis in die 50-er Jahre des vergangen Jahrhunderts wurden im Marchfeld aufgrund der Schotterhorizonte an den Ortsrändern Schottergruben zur Beschaffung von Baumaterial geöffnet. Es ist davon auszugehen, dass diese Grube mit dem Baubeginn zum Gutshof (1903) geöffnet wurde. Neben dem Abraummaterial wurde diese Grube – speziell bis in die 60-er Jahre – mit Hausmüll wiederverfüllt. Aufgrund der „frühen“ Wiederverfüllung ist mit keinen gravierenden Umweltauswirkungen zu rechnen.

2.1.5 Lärm- & Abluftemissionen

Lärmemissionen entstehen vor allem auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen im Rahmen der Bearbeitung durch lärmintensive Fahrzeuge und Arbeitsmittel. Die Tätigkeiten werden je nach Wetterlage zu festgelegten Zeitpunkten durchgeführt, Lärmbelastungen in der Nähe von Wohnhausanlagen fallen nur über einen vergleichsweise kurzen Zeitraum an. Seitens direkter Anrainer des Betriebsstandortes liegen keine Beschwerden vor.

Der Fuhrpark ist wesentlichste Abluftemissionsquelle. Um den Treibstoffverbrauch und damit die Emissionen des Fuhrparks möglichst gering zu halten, werden regelmäßig wiederkehrende KFZ-Überprüfungen und Wartungen durch eine Fachkraft sichergestellt. Bei der stetigen Modernisierung des Fuhrparks wird größter Wert auf die Abgasklasse der Neuankäufe gelegt (Zugmaschinen – Euroklasse 5). Eine Liste des Fuhrparks, inklusive Baujahr der Fahrzeuge, wurde im Zuge der EMAS Einführung erstellt und die CO₂-Emissionen im Bereich des Fuhrparks aus dem Treibstoffverbrauch für das Jahr 2014 berechnet.

Die Treibhausgasemissionen durch die Heizungsanlagen stellen auch eine wesentliche Abluftemissionsquelle dar. Um die Emissionen aus den Heizungsanlagen zu vermindern, werden regelmäßig Überprüfungen durch eine externe Wartungsfirma durchgeführt.

CO₂-Emissionen in Kilogramm aus den Heizungsanlagen und dem Fuhrpark
Bereich CO₂-Emissionen [kg] 2014
Heizung (Öl) 35.211,2
Heizung (Hackgut) 85.750,0
Heizung (Pellets) 2.260,0
Heizung Gesamt 123.221,2
KFZ – Fuhrpark 795.727,0

2.1.6 Staub- und Geruchsbelästigung

Staubemissionen entstehen im Wesentlichen bei der Trocknung von Feldfrüchten (insbes. Körnermais). Der anfallende Staub (ca. 15 t/Jahr) wird entsorgt. Geruchsemissionen können durch die Düngerstätte in Wieselburg entstehen. Beschwerden liegen jedoch aktuell keine vor.

2.1.7 Wasser

Die Wasserentnahme erfolgt teilweise aus Brunnen (kein Trinkwasser) sowie aus Ortswasserleitungen. Wasser wird in folgenden Bereichen des Unternehmens benötigt:

  • Beregnung von Pflanzen mit Brunnenwasser
  • Sanitärbereich mit Ortswasserleitung.
Alle Betriebsstätten
Wasserquelle Verbrauch [m³] 2014 Anmerkungen
Brunnenwasser 11.900 Fuchsenbigl
Ortswasserleitungen 1.170 Königshof und Wieselburg

Der Ortswasserverbrauch wird mittels Zähler ermittelt. Der Wasserverbrauch aus den Brunnen wurde durch Schätzung ermittelt.

Die betrieblichen Abwässer aus dem Werkstätten- und Sanitärbereich werden in das öffentliche Kanalsystem eingeleitet. Die Kontrolle der Abwässer erfolgt im Abstand von 2 Jahren. Im Bereich der Tankstelle und des Fahrzeugwaschbereichs gibt es Ölabscheider, die regelmäßig gewartet werden.

2.2 Indirekte Umweltaspekte

2.2.1 Beschaffung

Derzeit gibt es bei der Landwirtschaftliche Bundesversuchswirtschaften GmbH noch keine bindenden, bzw. keine dokumentierten, umweltrelevanten Beschaffungskriterien für Produkte und Dienstleistungen. Die Erstellung verbindlicher ökologischer Beschaffungsrichtlinien ist Teil des Umweltprogramms 2014/15.

2.2.2 Interne Kommunikation, Schulungen und Bewusstseinsbildung

Die aktive Einbeziehung unserer Mitarbeiter ist Voraussetzung und treibende Kraft für die kontinuierliche Verbesserung unserer Umweltleistungen. Im Rahmen der EMAS Einführung wurde die Umweltphilosophie der Landwirtschaftliche Bundesversuchswirtschaften GmbH allen Mitarbeitern kommuniziert. Weiteres ist unsere Umweltphilosophie an allen Standorten der Landwirtschaftliche Bundesversuchswirtschaften GmbH ausgehängt und steht den Mitarbeitern auch im Internet auf unserer Website www.bvw.at zur Verfügung. Die weitere Stärkung des Umweltbewusstseins unserer Mitarbeiter ist Ziel des Umweltprogramms 2014/2015.

Die Mitarbeiter sind dazu angeregt, Verbesserungsvorschläge und Anregungen kundzumachen und zu melden, aufgrund der guten Kommunikationskultur und schlanken Organisationsstruktur werden die meisten Ideen aber im Rahmen von direkten Gesprächen eingebracht. Je nach Bedarf und Interesse werden den Mitarbeitern Schulungen (z.B. Ersthelfer, Fahrtechniktraining) angeboten.

2.2.3 Externe Kommunikation

Die vorliegende Umwelterklärung und die Umweltphilosophie der Landwirtschaftliche Bundesversuchswirtschaften GmbH werden der interessierten Öffentlichkeit auf unserer Website zur Verfügung gestellt. Beschwerden bzw. Anregungen der Öffentlichkeit werden durch die Mitarbeiter vor Ort geklärt oder an den Umweltmanagementbeauftragten weitergeleitet und Maßnahmen festgelegt.

2.3 Einhaltung geltender Umweltvorschriften

Zur Erfassung aller für die Landwirtschaftliche Bundesversuchswirtschaften GmbH relevanten umweltrechtlichen Vorschriften wurde bei der EMAS Einführung 2014/2015 von KANZIAN ENGINEERING & CONSULTING GmbH ein Rechtsregister erstellt. Die Kontrolle und Bewertung der Einhaltung der rechtlichen Verpflichtungen erfolgt durch den Umweltbeauftragten. Entsprechende Anmerkungen und Bescheide werden ebenfalls im Umweltrechtsregister gepflegt. Werden Abweichungen vom rechtskonformen Zustand festgestellt, werden umgehend nachweislich Korrekturmaßnahmen eingeleitet (Vermerk im Umweltrechtsregister) und nach Erledigung auf Wirksamkeit geprüft.

Die Aktualisierung des Umweltrechtsregisters wird extern durch die Firma KANZIAN ENGINEERING & CONSULTING GmbH 2x/Jahr vorgenommen und über akute/wesentliche Änderungen sofort informiert. Besteht aufgrund rechtlicher Neuerungen Handlungsbedarf im Unternehmen, werden umgehend entsprechende Maßnahmen zur Umsetzung der rechtlichen Verpflichtung festgelegt und Verantwortliche für die Umsetzung benannt.

3 Kernindikatoren gemäß EMAS III

Zur Ermittlung der Kernindikatoren wurden die einzelnen Umweltauswirkungen gemäß EMAS III in Bezug zur landwirtschaftlichen Produktionsfläche (LN-Äquivalent) gesetzt. Den Kernindikatoren liegt folgende landw. Produktionsfläche zugrunde 2014: 2.498 ha

Abfall Absolut 2014 [kg] Kernindikator 2014 [kg/LNÄ]
Gesamtes jährliches Abfallaufkommen 13.133 kg 5,3 kg
Gesamtes jährliches Abfallaufkommen an gefährlichen Abfällen 2.273 kg 0,9 kg
Wasser Absolut 2014 [m³] Kernindikator 2014 [m³/LNÄ]
Gesamter jährlicher Wasserverbrauch 13.070 m³ 5,23 m³
Materialeffizienz Absolut 2014 [t] Kernindikator 2014 [t/LNÄ]
Saatgut 194 t 0,08 t
Düngemittel 1.483 t 0,59 t
Pflanzenschutzmittel 10,76 t 0,004 t
Berechnungsgrundlagen: Emissionsfaktoren gem. Umweltbundesamt THG-Emissionen – Übersicht
Emissionen (CO₂) Absolut 2014 [kg] Kernindikator 2014 [kg/LNÄ]
Fuhrpark und Maschinen (inkl. Lohnunternehmen) 795.727 318,55
Heizöl leicht 35.211 14,10
Energiebereitstellung (Elektrizität) Produkt 100% Erneuerbare Energie 5.846 2,34
Holz (Hackgut, Pellets) 88.010 35,23
Gesamte jährliche CO₂-Emissionen [kg] 924.794 370,22
Flächenverbrauch Absolut 2014 [m²]
Verbaute Fläche 12 ha (0,4%)

4 Bewertung der Umweltaspekte

Die Bewertung der relevanten Umweltauswirkungen der Landwirtschaftliche Bundesversuchswirtschaften GmbH beruht auf der 1. Umweltprüfung (IST-Analyse) im Rahmen der Implementierung des Umweltmanagementsystems und verfügbaren Umweltkennzahlen aus dem Jahr 2014. Die Bewertung des vorliegenden Datenmaterials wurde vom Umweltteam der Landwirtschaftliche Bundesversuchswirtschaften GmbH unter der Mithilfe der KANZIAN ENGINEERING & CONSULTING GmbH mittels ABC-Analyse durchgeführt.

Die Wesentlichkeit der jeweiligen Umweltauswirkungen ist mit Anwendung der Ampelsystematik (rot/gelb/grün) dargestellt.

Wesentlichkeit Maßnahmen
A= sehr große Wesentlichkeit Ziele/Maßnahmen ableiten
B= große Wesentlichkeit nach Möglichkeit Ziele/Maßnahmen ableiten
C= geringe Wesentlichkeit vorerst keine Maßnahmen, weiter beobachten
Direkte Umweltaspekte
Umweltaspekt Bewertung
Rechtskonformität: Erfassung und Aktualisierung / Bewertung C B
Hilfs- und Betriebsmittel: Gefährlichkeit / Einsatz und Sicherheitsdatenblätter C C
Hilfs- und Betriebsmittel: Gefahrenstoffe / Gefährlichkeit C C
Energie: Energieverbrauch Strom / Anteil erneuerbarer Energien C C
Arbeitsmittel Wartung und Prüfung von Anlagen und Maschinen C
CO₂ Emissionen Treibstoff / Heizungsanlagen B B
Abfall: Abfalltrennung / Abfallmenge B B
Altlasten / Verdachtsflächen B
Boden und Biodiversität C
Wasser: Menge / Verschmutzung B C
Luft-Emissionen Lärm / Staub und Geruch C B
Indirekte Umweltaspekte
Umweltaspekt Bewertung
Beschaffung A
Interne Kommunikation, Umwelt-Schulungen B
Externe Kommunikation C
Schulung B
Störfallneigung C
Brandschutz C
Vorbeugemaßnahmen C

Die Wesentlichkeit der Umweltaspekte wurde bei der Definition von Umweltzielen und dem Umweltprogramm 2014/15 berücksichtigt.

5 Umweltziele und Umweltprogramm

Neue Umweltziele und Maßnahmen zu deren Umsetzung (Umweltprogramm) werden mindestens jährlich u.a. auf Basis der letzten Umweltbetriebsprüfung und Bewertung der Umweltaspekte festgelegt. Die Umsetzung der Maßnahmen zur Erreichung der Umweltziele wird mindestens jährlich im Management Review dokumentiert und bewertet.

Umweltprogamm 2015/2016
Bereich Maßnahme Zielsetzung/Messkriterium Termin Verantwortlich Status
Beschaffung Einkauf möglichst umweltfreundlicher Produkte und Dienstleistungen. Umweltrelevante Beschaffungsrichtlinien sollen bis Ende 2016 definiert und mit 1. Quartal 2017 umgesetzt werden. 1. Quartal 2017 Dr. Draxler X
CO₂ Emissionen Fuhrpark Spritfahrtraining für Traktorfahrer Für alle Standorte ist ein Spritfahrtraining für Traktorfahrer geplant, um den CO₂-Verbrauch zu senken. Ende 1. Quartal 2016 Hr. Jäger
Hr. Kurta
X
Sicherheit und Notfallmanagement Für eine bessere Notfallvorsorge werden für alle Standorte Feuerlöschübungen durchgeführt. Übung soll nach Möglichkeit mit allen Mitarbeitern noch im Jahr 2015 durchgeführt werden. 4. Quartal 2015 Hr. Jäger
Hr. Kurta
X
Boden Die Bodenfruchtbarkeit am Standort Fuchsenbigl soll gesteigert werden. Durch gezielte Fruchtfolge, Zwischenfruchtanbau bzw. Begrünung soll die Bodenfruchtbarkeit gesteigert werden. 2016 Hr. Kurta X
Boden Die unterirdische Tankstelle am Standort Fuchsenbigl wird erneuert. Es wird eine neue oberirdische Tankstelle gebaut. Die unterirdische wird stillgelegt. 2016 Dr. Draxler X